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eine recht prinzliche That, den Glaſermeiſtern in Venedig Arbeit zu ſchaffen? Iſt es nicht recht beſcheiden, von der Hochzeit ſeines Bruders ohne ein Tänzlein mit deſſen Frau heimzugehen? O meiner Treu, ſo beſcheiden als unprinzlich; ſo unbeſcheiden als prinzlich. Jener Baſtard hat eine Art von prinzlicher Beſcheidenheit, und mei⸗ ner Treu,'s iſt leicht beſcheiden zu ſein, wenn man genug hat!— Amalie! pfui!— Wie konnte der Herrgott dem Mann eine Rippe ſtehlen, um ein Weib daraus zu machen?“
„So kommt doch nicht immer auf dieſe Hoch⸗ zeit zurück! Was iſt denn Fürchterliches daran? Beim lebendigen Gott! ich kann mir etwas den⸗ ken, was in Liebesſachen wohl noch fürchterlicher wäre. Geſetzt z. B. Ihr hättet Euer ganzes Le⸗ ben blos an Eine,— ſogenannte heilige Idee geknüpft, Ihr hättet mit dem Schimmer derſel⸗ ben alle Eure künftigen Thaten gekrönt, Ihr hättet den Himmel drauf gebaut, Ihr wäret mit derſelben ganz verwachſen geweſen, Ihr hät⸗ tet an Gottes Daſein nicht ſo feſt geglaubt, als an die Wahrheit dieſer Eurer Vorſtellung,— und nun ſähet ihr plötzlich ein, daß ſie nichts, gar nichts, als eine plumpe, handgreifliche


