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danken hier laut werden zu laſſen,“ warnte der Freiberger;„Ihr wißt, was ich Euch gleich zu Anfang rieth.“
„Was nützt mir der Rath? Lieben, lieben! Eine Tollhäusleridee des Schöpfers! Was liebt man denn? Die Seele? Das iſt nicht wahr; ſonſt könnte ich eben ſo gut irgend einen ſchmutzi⸗ gen Kapuziner lieben, der eine blanke Seele be⸗ ſitzt! Alſo die Körperſchönheit? Da ſteckt's. O Vater, Vater, daß du mich als Mißgeſtalt zeugteſt!
„Beruhigt Euch nur, mein Prinz! Iſt denn dieſe Amalie das einzige Weib auf Erden? Ich könnte Euch, wie ein Schwarzkünſtler, genau aus⸗ einander ſetzen, daß all unſer Thun und Treiben durch geheime Zauberfäden verknüpft iſt. Der rechte Augenblick iſt nur noch nicht gekommen, Ihr habt eben die noch nicht geſehen, die Euch vom Schickſale beſtimmt iſt. Vergeßt Amalie! Ihr ſeid wahrhaftig zu größeren Dingen berufen.“
„Wer ſagt Euch denn, daß ich ſie noch liebe? Aus Haß und mit Verachtung begann ich mein Spiel mit ihr; aus Haß iſt Liebe ge⸗ worden; jetzt wird die Liebe wieder zum Haß.


