Teil eines Werkes 
2. Bd. (1835)
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Orleans im Purpur.

Am zwanzigſten November vierzehnhundert ſie⸗ ben, geleitete der alte Herzog von Berry ſeine beiden Neffen, Burgund und Orleans, welche ſich ſeither nicht geſehen hatten, in die Auguſtiner⸗ kirche zu Paris, denn ſie hatten ſchon längſt, ſchon zu Vincennes gelobt, die Hoſtie zu theilen, zum öffentlichen Beweis ihrer aufrichtigen Ver⸗

ſöhnung, und zur heiligen Bürgſchaft derſelben.

Die Herzoge wollten, als Berry ſie am vorigen Tage zum drittenmal an ihr Verſprechen erin⸗ nerte, nicht weiter widerſtreben; von Orleans ſchien, je höher ſeine Gewalt wuchs, alle Klug⸗ heit gewichen zu ſeyn; er fürchtete den Feind nicht mehr, den er ſtündlich reizte, und be⸗ gnügte ſich läppiſch mit kleinlichen Triumphen; Burgund hingegen betrachtete, frevelhaft, wie er durch und durch war, die hochheilige Hand⸗ lung blos als ein Poſſenſpiel; denn je länger er die 1*