169
glich dem muͤhſamen Athmen eines aſthmatiſchen Men⸗ ſchen, und verrieth das Gewicht des Staubes und des Oels, das die Lungen bedruͤckte. In dem Diagonal⸗ Winkel befand ſich ein uralter Schenktiſch, der einge⸗ legt und ausgelegt, und geziert und verziert war, uͤber alle Vorſtellung und uͤber allen Ausdruck. Der uͤbrige Hausrath beſtand aus einem unfoͤrmlichen Tiſch von Eichenholz, mit herabfallenden Fluͤgeln, die zwei Zoll dick waren, nebſt ſtarken gedrechſelten Fuͤßen, mit aus⸗ geſpreizten Klauen, die den Klauen eines Tigers oder Loͤwens glichen, je nachdem die Einbildungskraft ſich ſolche dachte; vier oder fuͤnf maſſive Stuͤhle, von verſchiednen Formen und verſchiednem Stoffe, einige von Eichen⸗ die andern von Aeſchenholz, hier und da aufgeleſen, wie der Zufall ſie in den Weg warf; an ihrer Spitze ſtand ein großer zweiarmiger Kommandeur, der rauh gearbeitet, und ſo außerordentlich ſchwer war, daß man ihn nicht aus ſeinem Winkel beim Feuer wegruͤcken konnte; der Sitz war in zwei abgetheilte Concavitaͤten ausgehoͤhlt, berechnet fuͤr die zwei fetten Schenkel des fetten Matthias.
Als wir von dem Armſtuhl ſprachen, ſagten wir, daß er an der Spitze der andern ſtand, und ſie gleich⸗ ſam kommandirte. Dies Gleichniß fiel uns bei, als wir die ſcharlachne und geſtickte Tapferkeit der Stadt ſahn, wo unſre Erzaͤhlung beendigt wird, als naͤmlich oͤffentliche Gefahr dem Staate drohete, und die friedlichen Handelsgenoſſen die martiale Kleidung an⸗ legten, und den ruhigen Laden verlaſſen mußten, um


