Sabine! Bringe mir doch die Amati⸗ geige No. 1 herab und den Mahagonikaſten mit Silber eingelegt, den mir der Rath Franz⸗ heimer zum Geburtstage verehrt.»
So rief Andreas Lamm, ſeit fünfund⸗ zwanzig Jahren wohlbeſtallter Stadtmuſikus im Städtlein Friedheim, ſeinem Bäschen Sa⸗ bine zu, welches eben im Staatszimmer des obern Stockes, wo die Amati zum höchſten Prunke an der Wand hing, mit einer weiblichen Handthierung beſchäftigt war. Sabine hatte
ihre Eltern frühe verloren, fand dann im Hauſe
des Stadtmuſikus Aufnahme und übernahm ſpä⸗ ter, als der Pflegevater ein betrübter Wittwer geworden, die Sorgen für die Haushaltung.
Nachdem Andreas aus der Thüre des un⸗ tern Wohngemachs dem Mägdlein jene Worte zu⸗ gexuſen h tte, trat er unter des Hauſes Ein⸗


