2.— 252—
Indeſſen trieb der losgeriſſene Bruckentheil, der nun zu einem kleinen Floß geworden war, mit wilder Eile ſtromabwärts. Die Fackeln der Suchenden verſchwanden in immer weiterer Ferne, und keine tröſtende Stimme war mehr zu ver⸗ nehmen. Noch immer heulte der Sturm, die empörten Wellen umſchäumten das gebrechliche Fahrzeug, von dem ſich nun nach und nach ein⸗ zelne Balken und Bretter abzulöſen begannen, und der hell leuchtende Mond ließ das, von aller menſchlichen Hülfe geſchiedene Brautpaar die ganze Gräßlichkeit ſeiner Lage überblicken. Der Raum, auf welchem die Liebenden ſtanden, wurde im⸗ mer kleiner; jemehr er an Feſtigkeit und Gewicht verlor, deſto weniger konnte er ſich ohne Schwan⸗ ken auf den Wellen, die ihn furchtbar hin und her warfen, erhalten. Die Augenblicke, welche das unglückliche Paar noch zu leben hatte, ſchie⸗ nen gezählt. Schon ſtreckte der Tod ſeine gie⸗ rige Hand aus, nach den jugendlichen Opfern. Da ward das widerſtandloſe Fahrzeug von der Strömung nach jenem Felſenvorſprunge hingeriſſen,


