Druckschrift 
Stimmen des Lebens : drei Erzählungen / von Georg Döring
Einzelbild herunterladen

als wollte es ſich zur Bruſt herausdrängen, und ſie wußte ſich nicht anders zu helfen, als daß ſie ihre Laute nahm und mit deren Begleitung ein Lied in die allgemeine Huldigung miſchte, welche die Natur dem Schöpfer brachte. Kaum hatte Claͤrchen den Geſang beendigt, ſo klopfte es an die Thüre und die Stimme der Frau Muhme rief, nach Anwünſchung eines gu⸗ ten Morgens, zum Fruͤhſtuͤcke.

Indem Clärchen ſich von ihrem Sitze er⸗ hob, um nach der Thüre zu gehn, warf ſie zu⸗ fällig einen Blick durch das Fenſter hinab in den Raum vor dem Hauſe. Siehe, da ſtand der blonde Georg, ſchon mit der Jagdtaſche beladen, auf ſeine Büchſe geſtützt und blickte ſtarr hinauf zu den Fenſtern des Beſuchzimmers. Clärchen merkte, daß ſie einen eifrigen Zu⸗ hörer an ihm gehabt hatte. Als ſie aber jetzt ihn anſchauete, wandte er ſich, ohne weiter zu grüßen, nach dem Walde und eilte mit raſchen Schritten in das Dickigt.

«Der iſt wohl grob!» dachte Clärchen.