242
aus der Flaͤche emporſteigenden Felſen, deſſen Grund ein breiter Fluß umſpülte, vom Glanze der Abend⸗ ſonne übergoſſen, vor den Blicken der Reiſenden— Schloß Ontamore.
Alle waren von dem unerwarteten Anblicke uͤber⸗ raſcht. Minona ſtieß einen Schrei des Entzückens aus; denn von der hohen Warte des Schloſſes we⸗ hete die blaue Fahne herab, ein Zeichen, daß der Beſitzer dort verweile. Die Roſſe wurden zum flüch⸗ tigſten Laufe gereizt. Allen voran flog Minona den Felſenpfad zu dem Aufenthalte der erſehnten Lieben hinan. Traͤumeriſch folgte Guido. Er konnte ſich
Mac O'Naugh's und ſeiner Tochter Rettung aus jenem furchtbaren Schiffbruche nicht erklären; ſie, trotz des beruhigenden Zeichens, kaum glauben. Da wurden mit einemmale ſeine Zweifel gehoben, denn aus dem Thore des Schloſſes trat Hannah mit ih⸗ rem Vater der theuern Freundin und Verwandtin entgegen. Minona ſank in Hannah's Arme.
„ So lebſt du?“ rief dieſe erſtaunt.
„Willkommen, du Todtgeglaubte!“ ſprach mit
hoher Freude der Oheim.„Welche Macht ſtand dir bei, als wir dich von den Wellen des Meeres verſchlingen ſahen?“
——


