am folgenden Tage gedachten ſie, Schloß Ontamore zu erreichen.
Sie waren erſt einige Stunden von dem liebli⸗ chen Dörfchen entfernt, als Guido von dem Führer angeredet wurde und die Nachricht erhielt, daß ſie während der ganzen Tagreiſe keine menſchliche Wohn⸗ ſtätten antreffen und wohl erſt mit dem Einbruche der Nacht zu einer einſamen, jenſeits des fernen Ge⸗ birgs befindlichen Hütte kommen würden. Bei dieſer Gelegenheit betrachtete Guido den Führer genauer als bisher. Er konnte ſich nicht bergen, daß in die⸗ ſen verzerrten Zügen, in den ſchwarzen, unſtät um⸗ her blitzenden Augen eine große Verſchmitztheit und Tücke zu Tage traten. Dem Führer ſchien Guido's ſtumme Unterſuchung ſeiner Perſon beſchwerlich zu fallen; er ſpornte plötzlich ſein Roß zu ſcharfem Trabe und hielt ſich von nun an in einer beſtimmten Entfernung von den Uebrigen voraus. Minona hatte Guido's Betrachtungen getheilt, allein zugleich noch eine andere, ſie mit Schreck erfüllende, Entdeckung gemacht.
„Mich dünkt,“ ſo ſprach ſie mit bebender Stimme zu ihrem Freunde,„ich ſah dieſen Menſchen bereits in dem Gefolge eines Mannes, deſſen wi⸗


