Druckschrift 
Alpenblumen : drei schweizerische Erzählungen / von Georg Döring
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 52—

ungeſtoͤrt mit dem Juͤnglinge koſen zu koͤnnen. Ehe jedoch Seppi ſich aus den Banden des Schlafs loßreißen konnte, erſchien ein anderer unwillkommner Beſuch. Aenneli's bejahrte Muhme ſtellte ſich ein und ordnete mit aller Autoritaͤt einer nahen Verwandten, welche bisher bei dem Maͤdchen Mutterſtelle vertreten hatte, die Bereitung zu dem Feſte des naͤch⸗ ſten Tages an. Da war Aenneli's Bei⸗ ſtand bald an allen Ecken und Enden noͤthig. Kaum konnte ſie dem endlich niederſteigenden Seppi einen fluͤchtigen guten Morgen bieten. Die Muhme war auf Tritten und Schritten hinter ihr drein. Verdrießlich ſetzte ſich Seppi in die große Wohnſtube und gedachte ſich mit Leſen in dem alten Chronikbuche des Meiers die Zeit zu vertreiben, bis ein guͤnſtiger Augen⸗ blick ihm die liebe Aenneli zufuͤhren wuͤrde. Aber die betriebſame Muhme vereitelte jede Gelegenheit zu dem erſehnten Stelldichein. So ging der Morgen voruͤber. Nachmittags war noch weniger an ein trauliches Zwei⸗