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Alpenblumen : drei schweizerische Erzählungen / von Georg Döring
Entstehung
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vor wenigen Augenblicken an jeder Hoffnung auf Erloͤſung verzweifelt hatte. Die Sonne war dem Gletſcher gegenuͤber ſo eben aus den Wolken hervorgetreten. Der volle Kranz ihres Lichtes ſtrahlte von dem hohen (Eisgewoͤlbe in einem zauberhaft prismatiſchen Scheine zuruͤck: Seppi ahnte die Gegen⸗ wart einer hoͤhern Macht. Er kniete nie⸗ der und dankte im feurigen Gebete fuͤr die Huͤlfe i in der ſchrecklichen Noth. Sein Gemuͤth war durch dieſes Ereigniß klarer und ruhiger ggeeworden. Er gelobte in dieſem heiligen Mo⸗ mente, daß, ob auch die theure Aenneli nicht die Seinige werden koͤnne, er doch bei der guten Mutter ausharren und ſie pflegen 3 woll bis an ihren Tod. 3 Hierauf ſetzte er langſam ſeinen Gang fort. Der Mittag war herangekommen. Die DSonnenwaͤrme lockerte den ſchneeigen Fußboden und machte ihn hoͤchſt ſchluͤpferig. Auch wurde es jetzt lebendiger in den hohen Gebirgen, welche den kuͤhnen Wanderer umgaben. Er