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Alpenblumen : drei schweizerische Erzählungen / von Georg Döring
Entstehung
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Nach der letzten Unterredung, in welcher Seppi dieſes von ſeiner Aenneli erfahren, kam nur noch eine groͤßere Traurigkeit uͤber ihn. Er meinte jetzt, die Schuld an dem ganzen Unheile laͤge nur daran, daß er ſo lange gezoͤgert, dem Alten ſeine Liebe zu der Toch⸗ ter zu entdecken. Er hatte dem Maͤdchen ſein Wort gegeben, ſie am Abende vor ihrer Hoch⸗ zeit noch einmal zu ſehen: das wollte er erfuͤl⸗ len und dann als Kriegsmann in ein fremdee Land gehen. 4

So ſtand es um Seppi's und Aennelios ungluͤckliche Liebe, als der Fruͤhling herbeikam und mit ihm der laͤngſt gefuͤrchtete Hochzeitstag.

Eines Morgens trat Seppi mit ſeinem Stutzen auf dem Ruͤcken, die Fuͤße mit den ſtach⸗ lichten Eisſchuhen bekleidet, und den eiſen⸗ beſchlagenen Bergſtab in der Hand zu der erſtaunten Mutter. Bei dieſer Jahreszeit und in dem ſtuͤrmiſchen Schneegeſtoͤber war an keine Gemsjagd zu denken. Die Mutter blickte den Sohn fragend an.