Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1854)
Entstehung
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angelegter Bibliothek verſteckt worden. Der Amerikaner be⸗ ſtand jedoch darauf, im Freien zu bleiben.

Anni zog ſich in die Küche zurück, den Gäſten ein Kaffee zu bereiten. Dem Lumpenkübler, jetzt Kübelbauer genannt, preſſirte es durchaus nicht mit Feierabend machen, ſondern er ſchwang fort und fort mit großer Emſigkeit ſeine Reuthaue. Die Fremden zu unterhalten mußte alſo Poveretti hinter dem Hauſe hervor, wo er bis jetzt gedengelt, d. h. mit einem Kieſelſtein auf ein Stück altes Eiſen geſchlagen hatte, da ein Dengelſtock und ein Dengelhammer hier ebenſo ſchwierig aufzutreiben geweſen wären als eine dengelfähige Senſe. Ob dieß der Bauer ſei? frug der Amerikaner.Nur der Meiſterknecht, berichtigte Poveretti, der ſeinen Kalabreſer mit einer Zipfelkappe vertauſcht und mittelſt eines leichten Anflugs von Kühdünger ſich das glaubwürdige Brevet eines Melkers und Stallknechtes ertheilt hatte.Die Matten und Aecker des Kübelbauers ſind wohl weit auseinander; da kann einer allein nicht wohl zu Allem ſchauen fügte er erläu ternd bei.

Aus dem Geißſtall tönte wieder einMuh im tiefſten Baſſe, dem gleich ein zweitesMuh in hohem Tenore folgte, begleitet von etlichen Klängen, welche an das Geläut einer Kühglocke mahnten.

Der Notar und der Amerikaner hatten ſich auf einem ſteinernen Sitze niedergelaſſen, der ſich unter einem nächſt der Hütte ſtehen gebliebenen Waldbaum befand. Ein Antiquarius hätte wahrſcheinlich ohne Mühe herausgebracht, daß die Stein⸗ bank ein Bruchſtück des einſt hier geſtandenen jedoch längſt umgeſtürzten Galgens ſei. Der Amerikaner hielt Rudeli bei der Hand und ſchaute ihm forſchend in's Geſicht; dieſer er⸗ wiederte feſt aus ſeinen großen braunen Augen den durch⸗ dringenden Blick. Er ſei groß und ſtark für ſein Alter; aber ob er auch ſchon etwas gelernt?Pfeiffen machen aus Weidenholz und Vogelſchläge erwiederte der Bube.Sonſt

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