S
209
Schirmtanne flackert ein Feuer, über dem ein Keſſel hängt. Ein alt runzlicht Keßlerweib wirthſchaftet daran. An die Schirmtanne gelehnt ſitzt ein Alter mit ſchneeweißem Haar, das ihm borſtig vom Kopfe ſteht. Ein jüngerer mit zünd⸗ rothen Borſten, im übrigen des Alten treues Ebenbild, zündet eben die halbverkohlte Ulmerpfeife am Feuer an. Ueber dem Scheerenſchleiferrad, das bei Seite ſteht, hängt ein Kittel von flaſchengrünem Sammt.
„Gelobt ſei Jeſus Chriſt, alter Naglerhans!“ grüßt Fi⸗ deli.„In Ewigkeit,“ erwidert der Alte und hält die Hand über die Augen, um ſchärfer nach dem Ankömmling zu ſchauen, während der Rothborſtige mit mißtrauiſchem Blick nach dem Knittel greift, der am Baume lehnt.—„Kennſt du den Fideli nicht mehr, alter Naglerhans, den der Lienhard einſt um den Pudelhund eingetauſcht? Iſt's dir recht und dem Marey und dem Sepp, ſo nehmt mich wieder in euere Bande auf, und mein Vroni dazu.“


