Vorwort.
In unſern Kalkſteinbrüchen am Jura ſieht ein ge— wöhnliches Auge nichts als Blöcke, aus welchen Brunnen⸗ 3 ſchalen, Stundenweiſer, Thürpfoſten und ähnliche zur Nothdurft des Lebens gehörige Gegenſtände verfertiget werden. Vor dem Auge des Geologen erſchließt ſich aber eine ganz andere Welt. Hier winkt ihm ein Ammons— horn; dort entdeckt er eine urweltliche Schildkröte; unter äſtigen Korallen findet er den zierlich gerippten Seeigel; in jedem Blocke liegt Schnecke an Schnecke, dräͤngt ſich Muſchel an Muſchel.
So iſt's mit unſrem Volksleben. Wo der Eine nichts „ als Erdäpfelſäcke und Düngerhaufen zu ſchauen vermag, „ zwiſchen denen zweibeinige Dreſch⸗, Pflüg⸗ und Säe⸗ maſchinen ſich bewegen, da ſieht ein Anderer Geſchichten ſich abſpinnen, nicht minder romantiſch, rührend, ſchreck⸗ oder ſpaßhaft, als je auf den Burgen geſchahen, die jetzt aus ihren hohlen Fenſtern auf das Thal und ſeine Dörfer hernieder ſchauen. Man muß nur den rechten 1 Blick dafür haben.
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