Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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alles das war wie ein wunderbares Märchen, in wel chem Anna von Martini als eine kleine, reizende Fee erſchien.

Wie ſchön ſie heute Morgen war: von ihren Wangen war alle Bläſſe verſchwunden, ihre Augen leuchteten, und ſie ſtreckte dem Eintretenden ſo ohne Zwang und mit einem ſo heiteren Lächeln ihre kleine Hand entgegen, daß ſich dieſer Gewalt anthun mußte, um nicht ſeine edeln, tugendhaften Vorſätze zu vergeſſen und um nicht durch einen innigen Kuß auf dieſe kleine Hand auszudrücken, daß er wohl eingedenk ſei der Unterredung von geſtern.

Glücklicher Weiſe wurde er in dieſem Beſtreben unter⸗ ſtützt durch den Anblick des Buches, welches vor Anna's Freundin auf dem Tiſche lag, deſſen TitelPaul und Virginie er deutlich leſen konnte, und ſo war er denn im Stande, ſeine Lippen auf die feine, zierliche Hand des jungen Mädchens ſo ehrfurchtsvoll, ſo anſtändig kühl zu drücken, als habe er es mit Frau Fichtner oder mit ſonſt einer Dame von gleichem Alter zu thun.

Sie haben befohlen, Fräulein von Martini, ſagte er.

Ein Schatten überflog ihre Züge, ja ſie warf ihr Köpfchen etwas in die Höhe, um gleich darauf wieder ſo herzlich zu lächeln, daß man deutlich ihre weißen Zähne ſah; fiel ihr doch in dieſem Augenblicke ein, daß eine