geſetzte Perſon war, eigentlich eine Wäſcherin, gewöhnlich ſehr brummig, aber dem jungen Herrn ſo zugethan, daß ſie bei ſeinen guten und ſchlechten Witzen, welche er über ſie machte, beſtändig das dankbarſte Publikum abgab. So ſchmunzelte ſie auch heute, als er Louiſon geſagt und meinte:„einen ſo hübſchen Namen hätte ich mir vor dreißig Jahren ſchon gefallen laſſen, jetzt aber will ich bei meiner Liſe leben und ſterben— und damit wünſche ich geſegnete Mahlzeit.“
„Danke, Louiſon, aber Du biſt zu beſcheiden“— Anatole wandte ſich an ſeinen Freund,„Du weißt gar nicht,“ ſagte er zu dieſem,„was Louiſon für eine famoſe Perſon iſt; ſie hat dabei geholfen, mich ſo vortrefflich zu verziehen, nicht wahr Großmutter? und dann iſt ſie ein Sonntagskind und kann Geiſter ſehen.“
„Ach gehen Sie doch,“ erwiederte das alte Frauen⸗ zimmer ernſt werdend.
„Das wäre wirklich intereſſant,“ meinte Werder,„ich habe noch nie Jemanden kennen lernen, der geſagt, ich habe Geiſter geſehen, ſondern bei dergleichen Geſchichten war die handelnde Perſon immer ein Vetter, ein alter Oheim oder ſonſtige Verwandte, welche einem anderen Verwandten dieſe Geſchichte erzählt.“
„Aber bei Louiſon iſt das etwas Anderes, ſie hat einmal ein Geſpenſt geſehen und ſoll es uns nachher er⸗


