Bigotterie ſtark verſetzt, wozu keine kleine Doſis geiſtlichen Stolzes kam; und während er auf drei Viertheile der Menſchen als Gefäße des Zorns herabſah, die nur der göttlichen Vernichtung entgegen⸗ reiften, betrachtete er ſich als einen der wenigen Auserwählten, denen die ewige Seligkeit beſtimmt ſei, und hielt es für unmöglich, daß er in dem Zuſtand der Gnade, den er erlangt hatte, ſtrau⸗ cheln oder ſogar fallen könne.
Das perſönliche Erſcheinen Barak Johnſon's war nichts weni⸗ ger als einnehmend. Seine dunkle, faſt ſchwarzbraune Geſichts⸗ farbe, ſeine rauhen, ſtark markirten Züge machten ihn geradezu häßlich; ſeine athletiſche und kräftige Geſtalt war plump, ſeine Hal⸗ tung feierlich, aber ganz ungefällig. Seine Gemüthsſtimmung war ſehr reizbar, denn von Natur war er heftig und leidenſchaft⸗ lich, wodurch er in den gefährlichen Tagen ſeiner Jugend in Aus⸗ ſchweifungen gefallen war; doch hatte er in der ſpätern Zeit ſeine verderbten Neigungen ſo glücklich bemeiſtert, daß er ſich zu rühmen pflegte, er habe Satan völlig zu Boden geworfen und werde wohl im Stande ſein, allen ſeinen Schlingen zu entgehen, in welcher Form ſie ihm auch entgegentreten möchten.
Das Haus, in welchem Barak Johnſon am Eingange des Dor⸗ fes lebte, hatte ſeine Fronte nicht nach der Straße zu, ſondern ſah in einen hübſchen kleinen Garten, der zu einem benachbarten Hauſe gehörte, und ſeine Fenſter, die namentlich nach dieſem Gar⸗ ten gingen, ſtanden denen des andern Hauſes gegenüber. Als Barak Johnſon ſein Haus gekauft hatte, gehörte das Nachbarhaus einer ſtillen, ernſten Familie, mit der er in freundſchaftlichen Ver⸗
hFältniſſen lebte; einige Jahre ſpäter aber ging es in andere Hände
über und wurde an Leute vermiethet, die anders dachten.
Barak Johnſon ſah dieſen Wechſel nicht gern. Sein neuer Nachbar war ein Wittwer, der zwei Töchter hatte. Er hieß John Waters und trieb das Geſchäft eines Frauenſchuhmachers, wobei ihm ſeine älteſte Tochter Sara beiſtand, indem ſie die Schuhe ein⸗


