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waren, wurde Herr Simon Tappertit vermöge einer Amneſtie aus ſeiner Unterſuchungshaft entlaſſen, wo⸗ hin er aus dem Spitale mit zwei hölzernen Beinen geſchafft worden war. Seiner anmuthigen Glied⸗ maßen beraubt und von ſeiner ſo hohen Stellung herab in tiefſte Armuth und äußerſtes Elend geſtürzt, hinkte er zu ſeinem alten Meiſter zurück, den er um eine Unterſtützung anbettelte. Auf den Rath und unter dem Beiſtande des Schloſſers etablirte er ſich als Schuhwichſer und ſchlug ſeine Bude in der Nähe der Gardekaſerne auf. Hier, gewiſſermaßen in einem Hauptquartiere, verſchaffte er ſich bald umfaſſende Be⸗ kanntſchaften, und an Levertagen ſah man oft an zwanzig Halbſoldoffiziere in ſeinem Atelier, die ſich der Reihe nach von ihm die Stiefel putzen ließen. In der That gedieh auch ſein Handwerk zu einer ſolchen Ausdehnung, daß er im Laufe der Zeit nicht weniger als zwei Lehrlinge halten konnte und außer⸗ dem die Wittwe eines angeſehenen Knochen⸗ und Lumpenſammlers in Milbank heirathete. Mit dieſer Dame(die ihm in dem Geſchäfte Beihülfe leiſtete) lebte er in großem häuslichen Glücke, das nur hin und wieder durch kleine Unwetter, wie ſie eben nöthig ſind, um die Atmosphäre des Eheſtandshimmels zu ſäubern und aufzuklären, unterbrochen wurde. In manchen dieſer Stürme konnte ſich Herr Tappertit, in Behauptung ſeiner Vorrechte, ſo weit vergeſſen, ſeine Dame mit einer Bürſte, einem Stiefel oder einem Schuh zurecht zu weiſen, wofür ſie ſich(freilich nur


