„Ich habe nach Ehre und Gewiſſen gehandelt,“ rief Haredale,„und handle auch jetzt noch ſo. Zwingt mich nicht, dieſen Zweikampf heute Abend zu erneuern!“
„Ihr ſagtet, mein ‚unglücklichere Sohn, glaube ich?“ entgegnete Sir John mit einem Lächeln.„Armer Narr! Bethörter Spielball eines ſo ſeichtköpfigen Schuftes!— ſich zu einem Ehebunde verſtricken zu laſſen durch ſolch einen Onkel und ſolch eine Nichte!— Ja, er verdient Euer Mitleid. Doch er iſt nicht mehr mein Sohn: der Fang, den Ihr Euch ſo verſchmitzt geſichert, Sir, iſt Euch wohl vergönnt.“
„Noch einmal,“ rief ſein Gegner, wild auf den Boden ſtampfend,„obgleich Ihr mich von meinem guten Engel losreißt, flehe ich Euch an, dieſen Abend nicht in den Bereich meines Degens zu kom⸗ men. O! warum mußtet Ihr überhaupt hier ſeyn? Warum ſind wir uns begegnet? Der morgige Tag ſchon hätte für immer einen weiten Raum zwiſchen uns gelegt.“
„Wenn dieß der Fall,“ verſetzte Sir John ohne die mindeſte Erregung,„ſo iſt es wahrhaftig ein Glück, daß wir uns heute noch getroffen haben. Haredale, Ihr wißt, daß ich Euch ſtets verachtete, aber ich erwies Euch wenigſtens die Ehre, Euch eine Art von rohem Muth zuzutrauen. Um meiner Ur⸗ theilsgabe willen, die ich für eine gute hielt, thut es mir leid, finden zu müſſen, daß Ihr eine Memme ſeyd.“
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