Teil eines Werkes 
10. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 93

Agnes, verſetzte ich.

Da wir übereingekommen waren, zuerſt nichts zu ſagen, war meine Tante nicht wenig in ihrer Erwar⸗ tung getäuſcht. Sie warf einen hoffnungsvollen Blick auf mich, als ich ſagteAgnes; als ſie aber fand, daß ich wie gewöhnlich ausſah, nahm ſie verzweifelt ihre Brille ab und rieb ſich die Naſe damit.

Sie grüßte Agnes demohngeachtet herzlich, und bald ſaßen wir unten im erleuchteten Wohnzimmer bei Tiſche. Meine Tante ſetzte zwei oder drei Mal ihre Brille auf, um mich nochmals in Augenſchein zu nehmen, nahm ſie aber ebenſo oft getäuſcht wieder ab und rieb ihre Naſe damit, was denn Mr. Dick ſehr außer Faſſung brachte, welcher wußte, daß dies ein übles Symptom ſei.

Beiläufig, Tante, ſagte ich nach Tiſche,ich habe mit Agnes über das geſprochen, was Du mir erzählteſt.

Damit, Trot, erwiederte meine Tante, ſcharlach⸗ roth werdend,haſt Du Unrecht gethan und Dein Ver⸗ ſprechen gebrochen.

Du biſt doch hoffentlich nicht böſe, Tante? Ich bin überzeugt, Du wirſt es nicht ſein, wenn Du er⸗ fährſt, daß Agnes keine unglückliche Liebe hat.

Dummes Zeug und Unſinn! rief meine Tante aus.

Da meine Tante verdrießlich zu ſein ſchien, ſo hielt ich es für's Beſte, die Urſache ihres Verdruſſes kurz abzuſchneiden. Ich führte Agnes an meinem Arme an die Lehne ihres Stuhles und wir beugten uns Beide zu ihr hinüber. Meine Tante ſchlug ein einziges Mal die Hände zuſammen, that einen einzigen Blick durch ihre Brille und verfiel ſogleich in hyſteriſche Zufälle, und zwar zum erſten und einzigen Male, ſo lange ich ſie kenne.

Dieſe hyſteriſchen Zufälle riefen Peggotty herbei⸗