Teil eines Werkes 
10. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 51

in mir einen Mißton hervorrief. Ich vermochte auf die traurige ferne Muſik zu lauſchen und wünſchte vor nichts zurückzuſchrecken, was ſie wach rief. Wie hätte ich das auch können, wo ſich mit dem Allen ihr theures Weſen und Ich verband, der beſſere Engel meines Lebens?

„Und Du, Agnes,“ verſetzte ich nach einer Weile. „Erzähle mir von Dir; Du haſt mir kaum einmal in dieſer langen Zeit etwas von Deinem Leben und Be⸗ finden mitgetheilt.“

„Was ſollte ich Dir auch erzählen?“ antwortete ſie mit ihrem ſtrahlenden Lächeln.„Papa iſt wohl. Du ſiehſt uns hier ruhig in unſerer eignen Häuslichkeit; unſere Bedrängniß iſt vorüber, unſer häuslicher Herd iſt uns wiedergegeben, und wenn Du das weißt, lieber Trotwood, weißt Du Alles.“

„Alles, Agnes?“ fragte ich.

Sie ſah mich an, und ein Zug der Verwunderung flog über ihr Geſicht.

„Giebt es nichts weiter, Schweſter?“ ſagte ich.

Ihre Farbe, welche eben erſt von den Wangen ge⸗ wichen war, kam wieder und wich abermals. Sie lächelte, mir war's, wie in ſtiller Betrübniß, und ſchüttelte den Kopf.

Ich hatte ſie auf das zu führen geſucht, was meine Tante angedeutet hatte; denn wie ſcharf der Schmerz auch ſein mochte, den das Anhören ſolch eines Geſtändniſſes mir verurſachen mußte, ſo mußte ich doch mein Herz leh⸗ ren, das Rechte zu thun, und meine Pflicht gegen ſie erfüllen. Ich ſah indeſſen, daß ſie ſich unbehaglich fühlte, und ſo ließ ich es ſein.

„Du haſt viel zu thun, liebe Agnes?“

„Mit meiner Schule?“ fragte ſie, mit all ihrer hellſtrahlenden Gefaßtheit.

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