Dreiundvierzigſtes Kapitel.
Noch ein Rückblick.
Noch einmal laſſe man mich bei einer denkwürdigen Periode meines Lebens ſtillſtehen. Noch einmal bei Seite treten, um die Schattenbilder dieſer Tage an mir vor⸗ übergehen zu ſehen, wie ſie den Schatten meiner ſelbſt in nebelhafter Proceſſion begleiten.
Wochen, Monate, Jahresabſchnitte ziehen dahin. Sie ſcheinen wenig mehr als ein Sommertag oder ein Winterabend; bald ſteht der Anger, wo ich mit Dora ſpazieren gehe, in voller Blüthe, ein Feld von lichtem Golde; bald wieder liegt das ungeſehene Haidekraut in Häufchen und Büſcheln unter einer Decke von Schnee. In der Zeit eines Athemzugs funkelt der Fluß, der durch unſere ſonntäglichen Spaziergänge fluthet, in der Sommerſonne, kräuſelt ihn der Winterwind, verdichtet er ſich mit treibenden Eisſchollen. Schneller als je ein Fluß in die See rann, blitzt es auf, dieſes Bild, ver⸗ dunkelt es ſich und rollt es hinweg.
Nicht das Geringſte ändert ſich im Hauſe der bei⸗
den kleinen vogelartigen Damen. Die Wanduhr tickt
David Kopperſield. VII. 10


