Teil eines Werkes 
6. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 17

heute ſchon ein Mal dageweſen, aber die gute Frau war nicht zu Hauſe.

Kennen Sie ſie denn? fragte ich.

Ich weiß von ihr und über ſie durch Omer und Joram, entgegnete ſie.Ich war dieſen Morgen um ſieben Uhr hier. Erinnern Sie ſich, was Steerforth zu mir über jenes unglückliche Mädchen ſagte, damals, als ich Sie beide im Gaſthofe ſah?

Der große Hut auf Miß Mowchers Kopf und der größere Hut an der Wand fingen bei dieſer Frage an, wieder vorwärts und rückwärts zu wackeln.

Ich entſann mich deſſen, worauf ſie ſich bezog, ſehr wohl, indem es mir dieſen Tag oft durch den Kopf ge⸗ gangen war. Ich ſagte ihr das.

Möge der Vater alles Böſen ihn vertilgen, ſagte das kleine Weib, indem ſie ihren Zeigefinger zwiſchen mir und ihre funkelnden Augen emporhielt;doch zehn⸗ mal mehr jenen niederträchtigen Bedienten; aber ich glaubte, Sie wären's, welche eine kindiſche Leidenſchaft für ſie fühlten!

Ich? wiederholte ich.

Kind, Kind! Im Namen des blinden Unheils? ſchrie Miß Mowcher, indem ſie heftig ihre Hände rang, während ſie auf dem Kamingitter wieder hin- und her⸗ wackelte,was lobten Sie ſie aber auch ſo ſehr und wurden roth bis hinter die Ohren und ſahen verlegen aus?

Ich köonnte mir ſelbſt nicht verbergen, daß ich dies gethan, obwohl aus einem Grunde, der von dem, was ſte vermuthete, weit entfernt war.

Wußt' ich's denn nicht? ſagte Miß Moycher, in⸗ dem ſie ihr Taſchentuch wieder herausnahm und jedes

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