David Kopperfield. 135
empfahl mich. Dann fragte ich in dem Büreau nach, ob Uriah da ſei, und ließ, da er abweſend, eine Karte für ihn da.. Als ich am nächſten Tage zu Tiſche hinging, und, nachdem die Hausthür geöffnet war, in ein wahres Dampf⸗ bad von Schöpſenbratenduft hineintappte, ahnte mir, daß ich nicht der einzige Gaſt ſei; denn ich erkannte ſogleich den verwandelten Ausläufer wieder, welcher dem Bedien⸗ ten der Familie als Gehülfe zur Seite ſtand und an der Treppe wartete, um meinen Namen oben anzumelden. Er machte, als er mich im Tone eines Bekannten darnach fragte, ſo gut er's im Stande war, ein Geſicht, als ob er mich in ſeinem Leben noch nicht geſehen, aber ich kannte ihn recht wohl und ebenſo gut kannte er mich. Das Gewiſſen machte Haſenfüße aus uns beiden.
Ich fand, daß Mr. Waterbrook ein Herr in mittleren Jahren war, der einen kurzen Hals und gewaltige Vater⸗ mörder hatte, und nur noch eine ſchwarze Naſe brauchte, um das Conterfei eines Mopſes zu ſein. Er ſagte mir, daß er ſich glücklich fühle, die Ehre zu haben, meine Be⸗ kanntſchaft zu machen, und ſtellte mich, nachdem ich der Mrs. Waterbrook meine Huldigung dargebracht, mit viel Förmlichkeit einer ſehr häßlichen Dame in einem ſchwar⸗ zen Sammetkleide und einem großen ſchwarzen Sammet⸗ hute, der, wie ich mich entſinne, wie ein naher Verwandter von Hamlets Hut ausſah, vor— wahrſcheinlich ſeiner Tante.
Der Name dieſer Dame war Mrs. Henry Spiker, und ihr Gemahl war ebenfalls da, ein ſo ruhiger kalter Mann, daß ſein Kopf anſtatt grau, wie mit Reif überzogen ſchien. Man erwies ſich gegen die Henry Spikers, Mann
und Frau, über die Maßen zuvorkommend und höflich,


