4 David Kopperfield.
von Agnes kam. Indeß verſicherte ich ihm doch, daß ich der T. Kopperfield, Wohlgeboren ſei, was er denn auch glaubte und mir den Brief, der, wie er ſagte, eine Antwort verlange, übergab. Ich ſchloß die Thür, hieß ihn draußen auf dem Treppenabſatze auf die Antwort warten, und ging wieder in meine Zimmer; wo ich mich in ſolch einem aufgeregten Zuſtande befand, daß ich große Luſt hatte, den Brief ein Weilchen auf meinen Frühſtücks⸗ tiſch zu legen und mich erſt mit der Außenſeite deſſelben ein wenig vertraut zu machen, ehe ich mich entſchloß, das Siegel zu brechen.
Als ich ihn wirklich öffnete, fand ich, daß er einige ſehr freundliche Zeilen enthielt, welche nicht die geringſte Beziehung auf meinen Zuſtand im Theater hatten. Alles was er ſagte, war:„Mein lieber Trotwood. Ich halte mich im Hauſe des Agenten meines Vaters, Mr. Water⸗ brook, in Ely⸗Place, Holborn auf. Willſt Du heute kom⸗ men und mich beſuchen? Beſtimme irgend eine Zeit, die Dir beliebt, und Du ſollſt mich zu Hauſe treffen. Ewig Deine treue Freundin Agnes.“
Es koſtete mich ſo viel Zeit, eine Antwort, die mir ganz geſiel, aufs Papier zu bringen, daß ich nicht weiß, was der Ausläufer gedacht haben muß, er müßte denn gemeint haben, daß ich erſt ſchreiben lernte. Ich muß mindeſtens ein halb Dutzend Antworten geſchrieben ha⸗ ben. Eine begann ich:„Wie kann ich je hoffen, meine gute Agnes, aus Deinem Gedächtniſſe den abſcheulichen Eindruck zu verwiſchen, welchen—“ bauz, da gefiel mir's nicht, und ich zerriß das Blatt. Ich fing eine zweite an: „Shakeſpeare hat bemerkt, meine theure Agnes, wie wun⸗ derbar ſelten es iſt, daß man einem Feinde das Wort vergönnt“— da erinnerte ich mich an Markhams Ge⸗


