Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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. und Schönheit, wie ſte am Kamine weinte, und meine Tante

8 David Kopperfield.

aber ich wußte, daß er die Schule ſeitdem längſt verlaſſen haben mußte. Traddles war vielleicht noch da, obwohl dies ſehr zweifelhaft war, auch hatte ich, ſo feſt auch meine Zuverſicht auf ſein gutes Herz war, kein hinreichendes Vertrauen in ſeine Verſchwiegenheit oder ſein Glück, um den Wunſch zu hegen, ihm meine Lage anzuvertrauen. So ſchlich ich mich denn, als Mr. Creakles Knaben auf⸗ ſtanden, von der Mauer weg und ging auf das lange ſtau⸗ bige Fahrgeleiß zu, von dem ich zuerſt erfahren, daß es die Straße nach Dover ſei, als ich einer von den Bewoh⸗ nern dieſer Anſtalt war und mir wenig davon träumen ließ, daß irgend Jemandes Augen mich dereinſt als den Wanderer auf derſelben erblicken würden, der ich jetzt war.

Wie verſchieden war dieſer Sonntagsmorgen von den Sonntagsmorgen, die ich dereinſt in Yarmouth verlebt! Zu rechter Zeit hörte ich die Kirchenglocken läuten, als ich ſo dahin trollte; ich begegnete Leuten, die zur Kirche wandelten; ich ging an einigen Kirchen vorüber, in denen ſich bereits die Gemeinde verſammelt hatte. Die Töne des Geſanges kamen heraus in den Sonnenſchein, während der Tagewächter außen ſaß und ſich im Schatten des Portals kühlte oder unter dem Eibenbaume ſtand und, die Hand der Sonne wegen an die Stirn gelegt, nach mir, dem Vorüberſchreitenden, ausſchaute. Aber der Friede und die Ruhe des alten Sonntagsmorgens waren in allen Dingen, mich ausgenommen. Das war der Unter⸗ ſchied. Ich fühlte mich ganz elend in meinem Schmutze und Staube und mit meinen thaufeuchten verwirrten Haaren, und wenn nicht das ſtille Bild, das ich herauf⸗ beſchworen, das Bild meiner Mutter in ihrer Jugend