Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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ungeduldig die Minuten und der Kronvogt gähnte und überrechnete in Gedanken, wie viele Kaufkontrakte, Auf⸗ gebote und Pfandeinträge bis ſieben Uhr Abends vor⸗ kommen möchten, wo er, wie gewöhnlich, ſeine Spiel⸗ partie zu machen gedachte. Der Amtmann ſelbſt ſaß ruhig und freundlich da; ſobald aber der Geiſtliche Amen ſagte, wiſperte er Bundlern, welcher mit aufrichtiger Ruͤhrung der Predigt zugehört hatte, in das Ohr. „Gottlob, mein Magen ſagt auch Amen; denn ich habe ſeit dem Frühſtücke noch Nichts gegeſſen. Es iſt eine ſchlechte Gewohnheit von unſerer Ehrengeiſtlichkeit, immer eine halbe Stunde länger zu predigen, als nöthig wäre.“

Während die Leute noch in der Kirche ſind, wollen wir ſchnell nach dem Gerichtshauſe eilen, welches ganz in der Näͤhe liegt. In Lehensmann Fuſelbergs Zimmer, über eine Treppe links, gingen drei Herren in haſtigem Geſpräche auf und nieder, oder beſſer geſagt, es waren eigentlich nur zwel, die das Wort führten, nämlich der Diſtriktserekutor Fuſelberg und Baron Silberſparre; der Dritte, Hofkammerer Mathias, hielt ſich ein wenig auf der Seite, an ſeinen Vater, und gab nur hie und da nach Umſtänden ſeinen Senf dazu, wenn der Alte Etwas ſagte, was ihm von beſonderm Gewichte ſchien; als zum Beiſpiel:„Bei dem Henker auch!“—„Sie ſind wohl toll?“„Natürlich, ja, ja!“— Gehorſamer Diener!“— „Durchaus nicht anders!“ u. dgl. m.

Eben war eine Pauſe von ein paar Minuten ein⸗ getreten; aber die Herren gingen immer noch ſo regel⸗ recht und taktmaͤßig auf und ab wie ein gut exerzirter Zug Soldaten. Plötzlich blieb der Baron auf halbem Wege zwiſchen Fenſter und Thuͤre ſtehen.„Hören Sie, mein Herr,“ ſagte er mit einer durch gewaltige Aufregung gedämpften Stimme zu dem ältern Fuſelberg:„ Iſt denn alles Gefühl für Ehre und Rechtlichkeit von Ihnen gewichen? Können Sie ſo niederträchtig rachgierig ſeyn, daß Sie Ihre Freude daran haben, eine ſchon genug gedrückte Familie noch in neue Widerwärtigkeiten zu

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