Teil eines Werkes 
5. Th. (1839)
Entstehung
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Nieolaus Nickleby. 9

»Ein hübſcher Junge, Herr Kenwigs,« ſagte Herr Lumbry, der Doctor.

»Sie halten ihn für einen hübſchen Jungen?« fragte Herr Kenwigs.

»Er iſt der hübſcheſte Junge, den ich in meinem Le⸗ ben geſehen habe,« entgegnete der Doctor.»Ich habe nie ein ſolches Kind geſehen.«

Es iſt höchſt erfreulich und widerlegt ſchlagend die⸗ jenigen, welche behaupten, das menſchliche Geſchlecht arte immer mehr aus, daß jedes Kind, das geboren wird, hübſcher iſt als das vorhergehende.

»Ich habe niemals ein ſolches Kind geſehen,« wieder⸗ holte Lumbry, der Doctor.

»Morlina war ein ſchönes Kind,« bemerkte Herr Ken⸗ wigs, als liege in der wiederholten Verſicherung des Doctors ein verſteckter Angriff gegen die übrigen Fami⸗ ienglieder.

»Sie waren alle ſchöne Kinder,« meinte Herr Lum⸗ bry, der den Knaben mit einem gedankenvollen Blicke anſah. Vielleicht rechnete er eben nach, wie viel er wohl für die Behandlung in ſeiner Liquidation anſetze.

Während dieſes kurzen Geſprächs hatte Morlina, die älteſte Tochter und natürliche Stellvertreterin der Mut⸗ ter während deren Unwohlſein, die drei jüngern Schwe⸗ ſtern faſt ohne Unterbrechung geſtoßen und geſchlagen. Dieſes umſichtige und beſorgte Regiment rührte Herrn Kenwigs zu Thränen und er erklärte, das Kind ſei dem Verſtande und Benehmen nach bereits ein erwachſenes Mädchen.

»Sie wird ein wahrer Schatz für den Mann ſein, dem ſie ihre Hand giebt,« ſagte Herr Kenwigs halb bei Seite;»ſie heirathet gewiß über ihren Stand, Herr Lumbry.«