Nicolaus Nickleby. 161
Er war ein ſtämmiger alter Mann in einem breit⸗ ſchößigen, weiten bequemen blauen Rocke; braungraue kurze Hoſen und lange Gamaſchen bedeckten die dicken Beine, und den Kopf ſchützte ein niedriger, breitkräm⸗ piger weißer Hut, ſo wie ihn vielleicht ein wohlhabender Landmann trägt. Den Rock hatte er zugeknöpft und das Doppelkinn mit dem Grübchen ruhete in den Falten ei⸗ nes weißen Halstuches, nicht einer neumodiſchen, ſteifge⸗ ſtärkten, ſchlagflüſſigen Cravatte, ſondern eines bequemen altväteriſchen weißen Halstuches, das man im Bett um⸗ behalten kann, ohne daß es hinderlich und läſtig wird. Beſonders angezogen fühlte ſich Nicolaus durch das Auge des alten Herrn,— es konnte kein klareres, freundliche⸗ res, ehrlicheres, heitereres, glücklicheres Auge geben. Da ſtand er und ſah ein wenig empor, während er die eine Hand zwiſchen zwei Knöpfen ſeines Rockes auf der Bruſt hineingeſteckt hatte und die andere mit der altmo⸗ diſchen goldenen Uhrkette ſpielte. Den Kopf hatte er ein wenig auf eine Seite geworfen und den Hut noch etwas mehr auf eine Seite gerückt, als den Kopf—(offenbar zufällig, denn es ſchien nicht ſeine gewöhnliche Art zu ſein). Um ſeinen Mund ſpielte ein ſo freundliches Lä⸗ cheln und in dem jovialen alten Geſichte lag ein ſo ko⸗ miſcher Ausdruck von Schlauheit, Einfalt, Gutmüthigkeit und guter Laune, daß Nicolaus bis zum Abend hätte daſtehen, ihn anſehen und darüber vergeſſen können, daß es in der weiten Welt noch ein verdrießliches Geſicht und ein verſauertes Gemüth gebe.
Aber ſelbſt eine entfernte Annäherung zu dieſem Ge⸗ nuſſe ließ ſich nicht erwarten, denn der alte Herr ſah, obgleich er es nicht zu wiſſen ſchien, daß er beobachtet worden ſei, Nicolaus zufällig an, und der Letztere wen⸗
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