Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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36 1 Oliver Twiſt.

war halb blind und halb kindiſch, und er konnte des⸗ halb nicht erkennen, was außer ihm Niemandem entging.

»Das hoffe ich zu ſein, Herr,« entgegnete Gamfield mit einem ſchielenden Blicke.

»Ich zweifle nicht daran,« fuhr der alte Herr fort, ſetzte dann ſeine Brille feſter auf die Naſe und ſah ſich nach ſeinem Dientefaß um.

Das war ein kritiſcher Augenblick für Oliver. Wäre das Dintefaß da geweſen, wo es nach dem alten Herrn ſein ſollte, ſo würde er die Feder hineingetaucht und den Lehrkontrakt unterzeichnet haben; Oliver wäre ſo⸗ dann ſeinem Meiſter ſogleich übergeben worden. Da aber das Dintefaß ihm gerade vor der Naſe ſtand, ſo ſuchte er natürlich auf dem ganzen Pulte umher, ohne es finden zu können, und als er bei dieſem Suchen ein⸗ mal zufällig über das Pult hinwegſah, bemerkte er das leichenblaſſe, erſchrockene Geſicht Olivers, der trotz al⸗ len ermahnenden Blicken und Rippenſtößen Bumble's das wirklich abſtoßende Geſicht ſeines künftigen Lehr⸗ meiſters mit ſolcher Angſt und Furcht betrachtete, daß es ſelbſt ein halbblinder Stadtrath bemerken mußte.

Der alte Herr legte alſo ſeine Feder wieder nieder, ſah von Oliver nach dem Herrn Limbkins, der gleich⸗ gültig eine Priſe zu nehmen verſuchte, bog ſich über ſein Pult und ſagte:»Mein Sohn!« Oliver fuhr zu⸗ ſammen, und man kann ihm dies wohl verzeihen, denn die Worte wurden in freundlichem Tone geſprochen, und bei ungewohnten Tönen kann man wohl erſchrecken. Er zitterte heftig und die Thränen ſtürzten ihm aus den Augen.

»Mein Sohn,« ſagte alſo der alte Herr,»Du ſiehſt ſo ängſtlich aus. Was fehlt Dir?«»Trete Er etwas bei Seite, Vogt,« ſetzte der andere alte