es Kapitel
berichtet, wie Oliver Twiſt beinahe ein Amt bekam, das keine Sinecure geweſen ſein würde.
Oliver blieb eine Woche lang nach ſeiner abſcheuli⸗ chen Miſſethat, noch etwas zu verlangen, in Haft in der finſtern und einſamen Kammer, in welche ihn die Weisheit und Milde der Vorſteher verwieſen hatte. Es läßt ſich nicht ohne Grund vermuthen, daß, wenn er gehörige Achtung vor der Prophezeiung des Herrn in der weißen Weſte gehabt, er den Ruf deſſelben als Pro⸗ phet feſt begründet, nämlich das eine Ende ſeines Ta⸗ ſchentuches an einen Haken in der Mauer gebunden und an das andere ſich ſelbſt gehangen haben würde; aber der Ausführung dieſer That ſtand ein Hinderniß entgegen, denn die Taſchentücher waren als offenbare Luxusartikel für alle Zeiten den Naſen der Armen durch eine förmliche Verordnung entzogen worden, welche die Vorſteher in feierlicher Sitzung berathen und beſchloſſen hatten. Ein noch größeres Hinderniß war Olivers Ju⸗ gend und Kindlichkeit. Er weinte bloß bitterlich den ganzen Tag, und wenn die lange ſchauerliche Nacht kam, legte er ſeine kleinen Hände auf die Augen, um die Fin⸗ ſterniß nicht zu ſehen, drückte ſich in den Winkel, ver⸗ ſuchte zu ſchlafen, fuhr aber oft zitternd auf und rückte dichter und dichter an die Wand, als wenn er ſelbſt die harte kalte Fläche derſelben für einen Schutz in der Fin⸗ ſterniß und Einſamkeit um ihn her gehalten hätte.
Die Gegner»des Syſtems« brauchen nicht zu glau⸗ ben, Oliver habe während ſeiner einſamen Haft die


