Schluß. 107
hatte, benutzte die gegenwärtige Gelegenheit, um folgende ſibylliniſche Worte an die Wittwe ihres verſtorbenen Neffen zu richten.
„Bringt ihn her, ich ſchmeiße ihn zum Fenſter naus!“
Flora ſuchte vergeblich die vortreffliche Frau mit der Auseinanderſetzung zu beſänftigen, daß ſie nach Hauſe zum Mittagseſſen gingen. Mr. F.'s Tante beſtand auf der Ant⸗ wort,„bringt ihn her, ich ſchmeiße ihn zum Fenſter hin⸗ aus!“ Nachdem ſie dieſe Forderung mit einem feſten Blicke der Herausforderung auf Klein Dorrit unendliche Mal wie⸗ derholt hatte, ſchlug ſie die Arme übereinander und nahm in einer Ecke des Paſtetenbäckerladens Platz. Dort wegzu⸗ gehen weigerte ſie ſich ſtandhaft, bevor er ihr nicht herge⸗ bracht würde und ſie ihn zum Fenſter hinausgeſchmiſſen hätte.
In dieſer Sachlage vertraute Flora Klein Dorrit an, daß ſie Mr. F.'s Tante ſeit Wochen nicht ſo voller Leben und Charakter geſehen; daß es wahrſcheinlich nothwendig werden würde, ſtundenlang hier zu bleiben, bis die ehrwür⸗ dige Dame ſich beſänftigte; und daß ſie am Beſten mit ihr auskomme. Sie ſchieden daher in der freundſchaftlichſten Weiſe und mit den freundſchaftlichſten Gefühlen von beiden Seiten.
Da Mr. F.’'s Tante wie eine dräuende Feſtung aushielt und Flora das Bedürfniß nach einer Erfriſchung zu fühlen anfing, ward ein Bote nach dem Hotel nach dem bereits erwähnten Glaſe abgeſchickt, das ſpäter noch einmal gefüllt


