Teil eines Werkes 
10. Th. (1857)
Entstehung
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Schluß. 97

auf einer Pflaume. Und auch am Strande ſchlummerte das Meer nicht mehr in der Hitze, ſondern ſeine tauſend funkeln⸗ den Augen ſtanden offen und ſein ganzer Athem war freudi⸗ ges Leben, von dem kühlen Sand auf dem Strande bis zu den kleinen Segeln am Horizonte, die dahin trieben wie herbſtlich gefärbte Blätter, die von den Bäumen herunter gezittert waren.

Unveränderlich und kahl, und theilnahmlos allen Jah⸗ reszeiten mit dem ſtarren, hageren Geſicht der Armuth und Noth zuſehend, hatte das Gefängniß auch nicht eine Spur von allen dieſen Schönheiten an ſich. Mochte blühen was da wollte, ſeine ſteinernen Mauern und eiſernen Gitter tru⸗ gen immer dieſelbe todte Frucht. Aber Clennam vernahm, wie er der vorleſenden Stimme zuhörte, Alles, was die große Mutter Natur that, alle die beſchwichtigenden Lieder, welche ſie dem Menſchen vorſingt. An keiner andern Mutter Knie, als an der ihrigen, hatte er in ſeiner Jugend bei hoffnungs⸗ vollen Erwartungen, bei heitern Träumen, bei den reichen Schätzen von Liebe und Demuth verweilt, welche uns die zeitig gepflegten Samen der Einbildungskraft als Ernte verſprechen; oder an den Eichen, die uns vor ſengenden Winden ſchützen, und deren ſtarke Wurzeln in dem Keime von Ammenſtubeneicheln verborgen ſind. Aber in den Tö⸗ nen der Stimme, die ihm vorlas, ſtiegen Erinnerungen an eine alte Empfindung ſolcher Dinge und Widerhalle jedes barmherzigen und liebreichen Geflüſters auf, das ſich jemals in ſeinem Leben in ſein abgeſperrtes Herz geſchlichen hatte.

Klein Dorrit. X. 7

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