Teil eines Werkes 
8. Th. (1857)
Entstehung
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Wer reitet dieſes Wegs ſo ſpät? 151

ſeiner Mutter mit dieſem Mann erſcheinen. Cavalletto ſank auf ein Knie und bat ihn mit den lebhafteſten Gebehrden, anzuhören, was ihn in ſo ſchlechte Geſellſchaft gebracht hatte.

Er erzählte vollkommen der Wahrheit gemäß, wie er durch ein kleines Schmuggelgeſchäft dazu gekommen ſei, wie man ihn ſeiner Zeit wieder frei gelaſſen, und wie er auf im⸗ mer dieſem Leben Valet geſagt. Wie in dem Wirthshaus zur aufgehenden Sonne zu Chalons an der Saone derſelbe Mörder, der ſich damals Lagnier genannt, obgleich er früher Rigaud geheißen, ihn des Nachts aus dem Bett geweckt und ihm vorgeſchlagen, zuſammen ihr Glück zu verſuchen; wie er ſolche Furcht und ſolchen Abſcheu vor dem Mörder gehegt, daß er mit Tagesanbruch ihm entflohen ſei, und wie ihn ſeit⸗ dem beſtändig die Angſt gepeinigt habe, der Mörder werde ihm wieder begegnen, und ihn als einen Bekannten an⸗ ſprechen. Als er dies mit einer Emphaſe und einem gewich⸗ tigen Nachdruck auf dem Wort Mörder, der ſeiner Mutter⸗ ſprache eigenthümlich war und welcher es Clennam nicht we⸗ niger ſchrecklich machte, erzählt hatte, ſprang er plötzlich wie⸗ der auf, ſtürzte über den Zettel her und rief mit einer Lei⸗ denſchaftlichkeit, die bei jedem Nordländer unbedingt Ver⸗ rücktheit geweſen wäre.Sehen Sie hier denſelben Mörder! Hier iſt er!

In ſeiner Heftigkeit vergaß er zuerſt den Umſtand, daß er vor Kurzem den Mörder in London geſehen hatte. Als er ſich darauf beſann, ſchöpfte Clennam Anfangs einige Hoff⸗ nung, das Zuſammentreffen möchte von ſpäterm Datum