Teil eines Werkes 
3. Th. (1856)
Entstehung
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126 Zwanzigſtes Kapitel.

unverſchämt iſt, als ein Frauenzimmer nur ſein kann— wür⸗ deſt Du ſie ihren Fuß auf Deine Familie ſetzen laſſen und Dich dafür bei ihr bedanken?k?

„Nein, Fanny, wahrhaftig nicht!“

„Nun dann laß ſie dafür bezahlen, Du gemein denkendes kleines Ding. Wozu kannſt Du ſie ſonſt bringen! Laß ſie bezahlen dafür, Du einfältiges Kind, und thue Deiner Familie eine Ehre an mit dem Gelde.“

Sie ſprach den ganzen Weg bis zurück zu der Wohnung, wo Fanny und ihr Oheim lebten, nichts mehr. Als ſie dort ankamen, fanden ſie den alten Mann, wie er in einem Winkel des Zimmers in der kläglichſten Weiſe ſich auf ſeiner Clarionette übte. Fanny hatte ein zuſammengeſetztes Mahl von Schöps⸗ coteletten, Porter und Thee zu bereiten, und that entrüſtet als mache ſie es für ſich zurecht, obwol es eigentlich ihre Schwe⸗ ſter in aller Ruhe that. Als Fanny ſich zuletzt niederſetzte, um zu eſſen und zu trinken, ſo warf ſie das Tiſchgeſchirr her⸗ um und war ärgerlich mit ihrem Brote, faſt ganz ſo wie in der Nacht vorher ihr Vater geweſen.

„Wenn Du mich verachteſt,“ ſagte ſie, in heftige Thränen ausbrechend,„weil ich eine Tänzerin bin, warum haſt Du mich dahin gebracht, daß ich eine bin? Es war Dein Anſtif⸗ ten. Du möchteſt, daß ich mich vor dieſer Mrs. Merdle bis auf den Boden verbeugt hätte, daß ich ſie hätte reden laſſen, was ſie wollte und thun, was ſie wollte und uns alle ver⸗ achten und mir das ins Geſicht ſagen. Blos weil ich eine Tänzerin bin!“