Klein Dorrits Abendgeſellſchaft. 171
Geſell, und als er das Feuer in der Sakriſtei angeſchürt hatte, ſah er ſich auf den Bücherbrettern, wo die Regiſter ſtanden, nach einem beſondern Bande um.„Sehen Sie, hier ſtehen Sie,“ ſagte er, ihn herunternehmend und die Blätter umwendend.„Hier werden Sie ſich finden in Lebensgröße. Amy, Tochter von William und Fanny Dorrit. Geboren Marſhalſea⸗Gefängniß, Kirchſpiel St. George. Und wir ſa⸗ gen den Leuten, daß Sie die ganze Zeit, ſeitdem Sie dort ge⸗ wohnt haben, nie einen Tag oder eine Nacht weggeweſen wä⸗ ren. Iſt das wahr?“
„Vollkommen wahr bis auf die letzte Nacht.“
„Herrgott!“ Aber der bewundernde Blick, mit dem er ſie maß, belehrte ihn zugleich über etwas Anderes, über das nämlich, worauf er ſagte:„Es dauert mich, Sie müde und matt zu ſehen. Warten Sie einen Augenblick. Ich will aus der Kirche einige Kiſſen holen, und Sie und Ihre Freundin ſollen ſich vor dem Feuer niederlegen. Fürchten Sie nicht, daß Sie nicht zu rechter Zeit hineinkommen könnten zu Ih⸗ rem Vater, wenn die Pforte aufgeht. Ich werde Sie rufen.“
Er brachte bald die Kiſſen und legte ſie auf den Boden.
„Sehen Sie, da haben wir Sie. Wieder in Lebens⸗ größe. O Sie brauchen ſich nicht zu bedenken. Ich habe auch Töchter. Und wenn ſie auch nicht im Marſhalſea⸗Gefängniß geboren wurden, ſo hätte das geſchehen können, wenn ich in meiner Weiſe die Dinge zu betreiben ein Mann vom Schlage Ihres Vaters geweſen wäre. Halt ein Bischen. Ich muß was unter das Kiſſen legen für Ihren Kopf. Hier iſt ein Begräb⸗


