Mütterchen. 19
Geſtalt, ihrem dürftigen Kleide und dem Winde und Regen ihn nicht von ſeinem Vorſatze, ihr zu helfen, abwendig machten.
„Selbſt wenn es zu thun wäre,“ ſagte ſie—„und es iſt jetzt nicht mehr zu thun— wo könnte Vater leben oder wie könnte er leben? Ich habe oft gedacht, daß, wenn ſolch eine Veränderung vor ſich gehen könnte, ſie jetzt eher alles Andere als ein Glück für ihn ſein würde. Die Leute möchten draußen nicht ſo gut von ihm denken, als ſie dort von ihm denken. Man möchte draußen nicht ſo rückſichtsvoll mit ihm umgehen, als es dort geſchieht. Er möchte nicht ſo gut in das Leben draußen paſſen, als in jenes.“
Hier konnte ſie zum erſten Male ihre Thränen nicht vom Herabfließen zurückhalten, und die kleinen magern Hände, die er beobachtet, als ſie ſo geſchäftig waren, zitterten, als ſie ſich krampfhaft faßten.
„Es würde für ihn ſchon das ein neues Leiden ſein, wenn er erführe, daß ich ein wenig Geld verdiene, und daß Fanny ein wenig Geld verdient. Er iſt ſo ängſtlich unſert⸗ halben, wenn er ſieht, wie er ohne Hülfe daeingeſchloſſen iſt. O was für ein guter, guter Vater!“
Er ließ dieſen Ausbruch ihres Gefühls vorübergehen, ehe er ſprach. Er war bald vorüber. Sie war nicht ge⸗ wöhnt an ſich zu denken, oder irgend jemand mit ihren Em⸗ pfindungen zu beläſtigen. Er hatte nur einen Blick auf die Maſſen von Daͤcher und Feuereſſen in der City, zwiſchen de⸗ nen ſchwere Rauchwolken ſich wälzten, auf den Wald von Maſten auf dem Fluſſe und den Wald von Thurmſpitzen am
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