Neuntes Kapitel.
ſammenkehrens der Aſche des geſtrigen Feuers, des Anzün⸗ dens des heutigen unter dem Keſſel der Collegen, des Füllens dieſes ſpartaniſchen Gefäßes an der Pumpe, des Ausfegens der gemeinſchaftlichen Stube, des Beſtreuens derſelben mit Sägeſpänen und andrer ſolcher Vorbereitungen minder ausgeſetzt geweſen wäre, wenig Neigung gefühlt haben, lange im Bette zu verweilen. Von Herzen froh, den Morgen zu ſehen, wiewohl die Nacht ihm wenig Ruhe gewährt hatte, ging er hinaus ins Freie, ſobald er nur die Gegenſtände um ſich zu unterſcheiden vermochte, und wan⸗ delte zwei lange Stunden im Hofe hin und her, bevor das Thor geöffnet wurde.
Die Mauern waren einander ſo nahe, und die irrenden Wolken eilten ſo raſch über ſie hin, daß ihm, wenn er nach dem gießenden Himmel aufblickte, zu Muthe wurde, als ob ſich bei ihm die Seekrankheit einſtellte. Der Regen, von Windſtößen ſchräg durch die Luft getrieben, ſchwärzte die Seite des Mittelgebäudes, welche er vergangene Nacht be⸗ ſucht hatte, aber ließ einen ſchmalen trockenen Weg unter der gegenüber liegenden Wand, wo er zwiſchen verirrten Stroh⸗ halmen, Kehrichtreſten und Papierfetzen, den übergefloßnen Fluthen der Pumpe und verſtreuten Blättern geſtern verzehr⸗ ter grüner Gemüſe auf und ab ſchritt. Es war eine ſo un⸗
behagliche Anſicht vom Leben, als man ſie nur ſehen kann.
Dieſe Unbehaglichkeit wurde auch dadurch nicht gemil⸗ dert, daß er etwas von dem kleinen Weſen gewahr geworden wäre, das ihn hierher gebracht. Vielleicht glitt ſie aus ihrem
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