5 21&
nun alle aus unſerm Verſteck herausgetrieben; einige krochen, indem ſie ſich die Augen rieben und die Köpfe kratzten, von ſelbſt hervor, andere dagegen wurden durch die Gefälligkeit der Wachſoldaten herausgeſchleppt. Wir mochten etwa unſerer ſiebenzehn ſein— aber Wry⸗neck, wie ſie ihn nannten, war nicht darunter. Er mußte ein ziemlich ſtarker Burſche ſein, der ſich gewöhnlich bei den Leuten in der Umgebung des Patzes aufhielt, und der gemeinſchaftlich mit einem Genoſſen ſeines edlen Handwerks die Nacht vorher bei einer geſetz⸗ widrigen Unternehmung bemerkt worden war. Sein edler Freund, der darüber ertappt und feſtgenommen wurde, ver⸗ rieth ihn in der Hoffnung, auf dieſe Weiſe der Strafe zu entgehen, und gab deßhalb auch der Wache ſein gewöhn⸗ liches Nachtquartier an. Der Verrathene war indeſſen, wie es ſchien, von der Treuloſigkeit ſeines Genoſſen unterrichtet und hatte ſich, wenigſtens für dieſen Augenblick, in Sicher⸗ heit gebracht. Wir durften deßhalb wieder nach unſerm warmen Lager in der Kohlenaſche kriechen, wo ich manche kalte Winternacht— ja ich darf ſagen— manchen Winter durchſchlief, ſo geſund und behaglich, wie nur immer einen ſeit dieſer Zeit, obgleich ich inzwiſchen beſſere Wohnungen kennen gelernt habe.
Auf dieſe Weiſe lebten wir eine geraume Zeit— es mochten etwa zwei Jahre ſein, ohne daß einer von uns etwas Böſes that oder nur im Schilde führte. Meiſtens gingen wir alle drei zuſammen. Der Capitän, der ſich


