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von ihm erhalten zu können; zugleich verſprachen wir, ihm die Kunde zukommen zu laſſen, wie er ſeine Briefe an uns gelangen laſſen könne, was wir auch nachher thaten, und wovon wir ſeiner Zeit Bericht erſtatten werden.
Wir hielten uns nach ihrer Abreiſe noch einige Zeit hier auf, bis zuletzt, als wir noch nicht ganz entſchloſſen waren, wohin wir reiſen ſollten, ein venetianiſches Schiff nach Cypern und von da nach Scanderoon kam, um ſich nach einer Fracht für die Heimath umzuſehen. Wir nahmen dieſe Gelegenheit wahr, bezahlten die Ueberfahrt für uns und unſere Waaren und ſchifften uns nach Venedig ein, wo wir nach zweiundzwanzig Tagen friſch und geſund mit allen unſern Schätzen, Geldern, Juwelen und Waaren ankamen, deren Geſammtwerth ſich ſo hoch belief, daß ganz gewiß ſeit dem Beſtehen des Staates Venedig noch niemals zwei Privatmänner ſo große Reichthümer in dieſe Stadt gebracht haben.
Wir hielten uns hier lange Zeit incognito auf und galten, wie früher, für zwei armeniſche Kaufleute, auch hatten wir uns in dieſer Zeit ſo viel von dem perſiſchen und arme⸗ niſchen Kauderwelſch, welches in Baſſora, Bagdad und allen von uns durchreisten Gegenden geſprochen wurde, angeeig⸗ net, um unter einander ſo ſprechen zu können, daß wir von Niemanden verſtanden werden konnten, zuweilen auch wohl gar einander ſelbſt nicht verſtanden.


