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und reisten den Fluß Tigris oder vielmehr Euphrat hinauf nach Bagdad oder Babylon. Wir machten dort mit unſerem
Waarenvorrathe einiges Aufſehen und wurden mit vieler Hochachtung empfangen. Unter anderem hatten wir zwei⸗
undvierzig Ballen indiſche Stoffe aller Art, Seidenzeuge,
Muſſeline und ſehr feine Zitze; ferner fünfzehn Ballen außer⸗ ordentlich ſchöne chineſiſche Seidenzeuge und ſiebzig Päcke
Specereiwaaren, hauptſächlich Gewürznelken und Muskat⸗
nüſſe; unſere Gewürznelken hätten wir hier losſchlagen können,
allein der Holländer rieth uns, ſie zu behalten, indem wir
in Aleppo oder in der Levante beſſere Preiſe dafür bekom⸗
men würden. Somit rüſteten wir uns zur Abreiſe mit einer
Karavane.
Wir verhehlten es ſo ſehr als möglich, daß wir Gold oder Perlen beſaßen, und verkauften daher drei bis vier Ballen chineſiſche Seidenzeuge und indiſche Zitze, um uns mit dem Erlös daraus Kameele anzuſchaffen, die Zoll⸗ gebühren an den verſchiedenen Plätzen zu bezahlen und uns mit Lebensmitteln für die Wüſte zu verſehen.
Auf dieſer Reiſe bekümmerte ich mich ſchlechterdings nicht um meine Waaren oder andere Reichthümer, wie ich denn überhaupt auch der feſten Ueberzeugung lebte, Gott werde es, da ich ſie alle durch Raub und Gewalt an mich gebracht, ſo lenken, daß ſie mir auf dieſelbe Art wieder entriſſen würden; ja ich glaube beinahe ſagen zu können,


