Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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und unterdrückt hatte. So beſchloß ſie, ſich Harry zu wid⸗ men, nicht blos, weil die Pflicht ihr dieſen Weg zeigte, ſondern auch, weil jede rührende Erinnerung an ihre Kind⸗ heit, jedes liebevolle Gedenken an ihre reifern Jahre ihrem Herzen verbot, ihn zu verlaſſen.

Wie ſie ſich jetzt im Zimmer hin und her bewegte, be⸗ ſchäftigt mit Vorbereitungen, ihren Vorſatz zur Ausfüh⸗ rung zu bringen, zeigte ihr Geſicht die heitere Faſſung eines Gemüths, das ein hoher Entſchluß und ein heiliger Beruf erfüllt. Nicht länger verrieth ihr Benehmen Zögern oder Ungewißheit; und die Hände, welche noch vor einer Stunde vor unruhiger Unentſchloſſenheit gezittert hatten, verrichteten jetzt raſch und gut, was ſie zu thun hatten.

Sie ſchrieb ein paar haſtige Zeilen an Louiſe, worin ſie derſelben ihre Sinnesänderung anzeigte, aber keinen an⸗ dern Grund angab, als die einfache Wahrheit, daß ſie im letzten Augenblick ſich überzeugt habe, daß ihre Anweſen⸗ heit zu Hauſe nöthig ſei. Sie bat ihre Schweſter, ihr oft zu ſchreiben, ließ die Knaben freundlich grüßen, hoffte, daß Cäcilie treulich Lydia's Stelle ausfüllen und daß Louiſe über den Zerſtreuungen anderer Geſellſchaft ſie wenig ver⸗ miſſen würde, eine Hoffnung, die ſie, beiläufig geſagt, wol hegen durfte, denn Mrs. Leroy war, wenn ſie in Geſell⸗ ſchaft war, ſehr gleichgültig gegen Familienbande.

Es war faſt Mitternacht, als Cäcilie aus dem Hotel ganz ermüdet zurückkehrte und nun auch noch ihre eignen Reiſevorbereitungen vor ſich hatte. Sie war erſtaunt, Ma⸗ bels Koffer noch leer daſtehen zu ſehen, während jeder Garderobengegenſtand wieder ſeinen gewohnten Platz in den verſchiedenen Schränken eingenommen hatte.

Ich reiſe nicht, Cäcilie, antwortete Mabel ruhig auf ihren erſtaunten Blick.Geben Sie dieſes Billet morgen früh meiner Schweſter, wenn Sie ſie morgen auf dem Boote treffen. Robert wird Ihr Gepäck beſorgen; vergeſſen Sie