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Edward Myers oder Erinnerungen aus dem Leben eines Seemannes / hrsg. von James Feminore Cooper
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mich über religioſe Gegenſtände zu belehren und meine Gedanken kehrten ſtets zu der Predigt, die ich in Sailor's Retreat gehört, und zu dem Geiſtlichen zurück, der ſie gehalten hatte.

Im Fieberſpital lag noch ein amerikaniſcher Zimmer⸗ mann, der kaum um meinen Zuſtand hörte, als er mir einige Traktätchen zuſchickte, die er mit von Hauſe gebracht hatte. Dieſer Mann war nicht eben fromm, allein die Umſtände hatten ihn ernſt gemacht, und da er eben auf dem Punkte ſtand, den Platz zu verlaſſen, willigte er gerne darein, dieſe kleinen Schriftchen mir als Geſchenk zu über⸗ laſſen. Ich erfuhr von ihm, daß noch etliche Amerikaner und Engländer in ſeinem Spital lägen, die ſämmtlich religiöſen Troſtes bedürftig wären, und er gab mir den Rath, zu ihnen hinüberzugehen und ſie damit zu verſehen, was ich denn auch that, ſobald es in meinen Kräften ſtund.

Anfangs hatte ich mich ſelbſt für allzu gottlos gehal⸗ ten, um mit dieſen Leuten zu beten und mich zu unter⸗ halten, allein mein Gewiſſen ließ mir keine Ruhe, bis ich endlich dem innern Drange nachgab. Es ſchien mir, als ob die Bibel ebenſoſehr zu ihren Gunſten als zu meinem eigenen Gebrauche mir in die Hände gegeben worden ſey, und ich gab mich nicht eher zufrieden, als bis ich ihnen all den Troſt geboten hatte, welchen ich zu gewähren ver⸗ mochte. Drei oder vier Wochen lang las ich dieſen Män⸗ nern vor; Chapman, der Amerikaner, ward davon am meiſten ergriffen und betrachtete ſeine eigene moraliſche Lage als die hülfloſeſte von allen. So oft es mir ſelbſt unmöglich war, hinüberzugehen, ſandte ich ihnen meine Bücher zu, und wir benutzten wechſelsweiſe die Bibel und Bunyan's Pilgrim's Progress.

Die ganze Zeit über waren wir gleichſam auf einem blutigen Schlachtfelde; die Leute ſtarben ſchaarenweiſe und in kürzeſter Friſt rings um uns her; es war gerade die ungeſundeſte Jahreszeit in Batavia, und obwohl die Stadt keineswegs ſo gefährlich war, als ſie es bei mei⸗ ner erſten Anweſenheit daſelbſt geweſen, war ſie doch