. 345 ich kroch hinauf ſo gut ich konnte; ich wurde hierauf in die Kajüte beſchieden und dort von dem fremden Doktor unterſucht. Dieſer meinte nun, man müſſe meine Krank⸗ heit dadurch heilen, daß man mein Hüftbein mit glü⸗ henden Eiſen brenne, was er ſicher nur ſagte, um mich einzuſchüchtern und dadurch zum Dienſt wieder zurückzu⸗ jagen. Ich ſperrte mich aber dagegen, ging wieder in's Vorderkaſtell hinunter und erklärte auf das Beſtimmteſte, mich ferner nicht mehr zur Arbeit gebrauchen zu laſſen. So lag ich nun hier, von Allen außer meinen vier Freun⸗ den geſchmäht und verlaſſen; wiederholt erklärte ich dem Steuermann, ich wolle jetzt an's Land gebracht werden, weil auch die geringſte Arbeit mir hölliſche Schmerzen verurſachte. Die anhaltende Pein hatte mich faſt zur Ver⸗ zweiflung gebracht und ich kümmerte mich nun wenig darum, was für Folgen ein ſolcher Schritt haben werde.
Zum Glück für mich erkrankten noch zwei Leute von unſerer Bemannung an heftigen Fiebern und Kopfſchmer⸗ zen, und da unſer eigener Arzt geſtorben war, mußte der des Admiralſchiffes zur Berathung der Kranken bei⸗ gezogen werden. Dem Steuermann ſchien viel daran zu liegen, durch das Zeugniß des Arztes ebenfalls einen Beweis gegen mich zu erhalten und ſo brachte er denn die⸗ ſen Arzt zu mir herab und bat ihn, mich zu unterſuchen. Im ſelben Augenblick, wo dieſer Herr mich näher in's Auge faßte, ſchlug er die Hände über dem Kopf zuſam⸗ men und machte dem Steuermann Vorwürfe, indem er ihn befragte, ob er mich abſichtlich tödten wolle; er ſah nun auf einmal, daß ich kein Betrüger war und bewies dieß, ſoviel ich wenigſtens davon verſtehen konnte, auf's Bündigſte. Der Steuermann ſchien hierüber ganz be⸗ ſchämt und betroffen zu ſeyn und ich glaube, daß jeder Mann an Bord nun die Härte und Ungerechtigkeit be⸗ dauerte, mit der ich behandelt worden war. Ich machte mir dieſe Gelegenheit zu Nutze, dem Steuermann unver⸗ holen meine Meinung zu ſagen, und beſtand nun darauf,
Edward Myers.— 23


