ſich forſchend die Augen des Reiters, denn aus den Büſchen kamen die Töne von einem Dutzend harmoniſch geſtimmter Kuhglocken, von der ſtillen Abendluft einhergetragen.
Am unzweideutigſten waren jedoch die Spuren der Civiliſation auf einer natürlichen Anhöhe und in deren unmittelbaren Umgebung zu bemerken; dieſe Anhöhe ſtieg gleich vom Ufer des Flüßchens ſo ſchroff in die Höhe, daß ſie den Schein einer künſtlichen Anlage gewann. Ob dieſe Erhebungen des Bodens einſt überall auf der Erdoberfläche zu finden waren, und nur dem oft wiederkehrenden Pfluge endlich gewichen ſind, wollen wir ununterſucht laſſen; jedoch haben wir Urſache zu glauben, daß ſie in gewiſſen Theilen unſeres Landes viel häufiger anzutreffen ſind, als in irgend einem andern von gewöhnlichen Reiſenden beſuchten, außer vielleicht in einigen Schweizerthälern. Der erfahrene Veteran hatte den Gipfel dieſes abgeflachten Kegels gewählt, um darauf eine Art von militäriſchem Ver⸗ theidigungsplatz zu bauen, wie ſie durch die Beſchaffenheit der Gegend ſowohl, als des abzuhaltenden Feindes rathſam und herkömmlich war.
Das Wohnhaus beſtand aus dem gewöhnlichen Fachwerk von Holz, mit dünnen Brettern bedeckt. Lang, niedrig und unregelmäßig, konnte man deutlich bemerken, daß es zu verſchiedenen Zeiten an⸗ gebaut worden war, ſo wie die Bedürfniſſe einer anwachſenden Familie geräumigere Behauſung heiſchten. Es ſtand nahe am Rande des natürlichen Abhangs, und zwar auf der Seite deſſelben, deren Fuß von dem Flüßchen beſpült wurde. Ein roh gezimmerter Balcon lief, über den Strom herüberragend, längs der ganzen Vorderſeite des Gebäudes. Aus verſchiedenen Theilen der Dächer ſtiegen mehrere große, unregelmäßige und plumpe Schornſteine em⸗ por, ein fernerer Beweis, daß man bei Anlage der Gebäude den Geſchmack weniger als die Bequemlichkeit zu Rathe gezogen hatte. Nahe an den Wohngebäuden und ebenfalls auf dem Gipfel des Hü⸗ gels ſtanden noch zwei oder drei Außengebäude. Sie waren nicht
bloß ſo vertheilt, daß ſie ihren verſchiedenen Zwecken am beſten Die Beweinte von Wiſh⸗Ton⸗Wiſh. 2. Aufl. 2


