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Reich“ ertönte. Man drückte ihr die Dornenkrone der Armuth auf das junge Haupt, man läſterte und geißelte ſie durch die ſcharfen Geißeln der Verleumdung und mit Blitzesſchnelle verbreitete ſich ihr Sturz. Die Väter erzählten denſelben ihren Töchtern, die Brüder ihren Schweſtern, die Gatten ihren Frauen. Ueberall aber entwickelte ſich das nämliche, widerliche Bild menſch⸗ licher Bosheit, triumphirenden Neides! Wo aber viel⸗ leicht noch eine Funke Mitleid für das arme Mädchen vorhanden war, da wandte man Alles an, um es wohlweislich zu verbergen, denn man fürchtete, ſich mächtige Feinde zu machen. Selbſt der Advocat Doc⸗ tor Linker zog ſich nach und nach zurück, bei dem völligen Mangel irgend einer Anſpruchsberechtigung Iſabella's an das Vermögen des Verſtorbenen. Was ſollte er auch ſeine koſtbare Zeit unnütz' verlieren! So ward das junge Mädchen durch ihre plötzliche Armuth zur Paria der menſchlichen Geſellſchaft und ſelbſt der Reiz des Geheimnißvollen, welcher ihre Geburt um⸗ gab, ging unter in der Proſa der Armuth.
Iſabella hatte ſich damals unter den Schutz des Gerichtes geſtellt. Die freundliche Abſicht deſſelben, das Loos der Aermſten zu erleichtern, hatte aber, von Alſing's Hinterliſt geleitet, ihr Unglück nur erhöht, in⸗ dem es Theobald zum Vormund des jungen Mädchens
Creſſieux, Die Kunſtreiterin. III.


