Teil eines Werkes 
1. Th. (1800)
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Liebe von der ſüßen und ſchrecklichen Seite kennen. Hoch klopft' ihr das Herz, und die Haut ſchauderte ihr. Auch die letzte tief⸗ ſte Falte des kranken Herzens ihrer leiden⸗ den Freundin, haͤtte ſich ihr um ein Haar aufgeſchloſſen! Schwachheit befoͤrdert oft einen ſolchen Aufſchluß; hier verhinderte ſie ihn. Es war im Garten. Hen⸗ riette ſah an einem Roſenſtock' eine früh⸗ zeitige Knoſpe.Darf ich ſie brechen?

rief ſie; o! wie ſchoͤn! Auguſte ſah ſich um, und ſank, mit einem lauten Schrey

in ihren Arm. Henriette war ſchier des Todes für Schreck. Endlich erholte ſie ſich, und brach in wohlthaͤtige Thraͤnen aus. Und da da war ſchier der tiefſte Gram ihres Herzens, am Buſen der Freundſchaft uͤbergefloſſen; aber ſie ſank aus einer Ohnmacht in die andre. Derr ehrliche Verwalter bat Henrietten: ſie aus dem Garten, und ſobald als moͤglich aus der ganzen Gegend zu entfernen, wo ihr nichts als Gram begegnen koͤnne. Den

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