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denn eine Ueberfahrt, glaubte man, die unter ſo guten Vorzeichen begonnen, müſſe bald und glücklich enden. Mitten unter dieſen günſtigen Vorbedeutungen, ſank die Sonne in das Meer, und über⸗ glänzte in ihrem Falle eine weite Fläche dieſes kalten und düſtern Elementes. Endlich aber wurde es dunkler, und die Schatten der Nacht begannen ſich über die unendlichen Räume dieſes grenzenloſen Abgrundes zu lagen.
Viertes Kapitel.
Die Nacht war mehr duftig und trübe, als eigentlich finſter. Eben war der Vollmond aufgegangen, aber er nahm ſeinen Lauf
an dem Himmel hinter einer Maſſe düſtern Gewölkes, das zu dicht
war, als daß ſeine Strahlen hätten durchdringen können. Hier und da ſchien jedoch ein ſchwacher Strahl ſich durch minder dichte Wolken Bahn brechen zu wollen, und ſchimmerte auf den Wellen wie ferner Kerzenſchein. Da der Wind ſcharf aus Oſten blies, ſchien das Meer von ſeiner bewegten Fläche mehr Licht abzuſtrah⸗ len, als es empfing; lange Lichtſtreifen funkelnden Schaumes glitzer⸗ ten nach einander her, und liehen von Zeit zu Zeit dem Waſſer eine Helle, die man am Himmel vermißte. Das Schiff neigte ſich ſehr nach der einen Seite, und jedesmal, wenn es eine Woge ſpal⸗ tete, die aus dem Ocean ſtieg, ſtrömte ein ſchöner Halbmond vor dem Vordertheil her, als ob die Wellen vor ihm tanzten. Allein wenn ſchon der Augenblick günſtig, der Wind nicht durchaus con⸗ trär, und das Firmament mehr finſter als eigentlich drohend war, ſo verlieh doch ein gewiſſes Licht, das jedem Andern, als einem
Seemann unnatürlich ſcheinen mußte, der Scene einen Zug von
öder Wildniß. Wilder verließ das Verdeck nicht, ſondern ſuchte mit ſcharfen Augen die Finſterniß zu durchdringen. Auch als die beiden Damen, ſeine Paſſagiere, oben erſchienen, geſellte er ſich nicht zu ihnen, denn er war zu ſehr in Nachdenken vertieft über die eigenthümliche Lage,


