Teil eines Werkes 
1. Theil (1832)
Entstehung
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Nachdem wir Koͤln mit ſeinem ſchoͤnen, aber un⸗ vollendeten Dome, ſeinen unausgebauten Thuͤrmen, ſeinen Erinnerungen an Rubens und deſſen koͤnig⸗ liche Goͤnnerin verlaſſen hatten, reiſ'ten wir an dem Strome ſo gemaͤchlich aufwaͤrts, um Alles was ſich darbot, zu beſichtigen, und doch ſo ſchnell, um dem Gefuͤhl der Saͤttigung zu entgehen. Wir ſtießen auf preußiſche Soldaten, die ſich durch Manoeuvri⸗ ren fuͤr ihren ernſten Beruf tuͤchtig machten. Lanzenreiter galopirten in Schwadronen uͤber die Felder; Vedetten waren, geſpannte Piſtolen in der Hand, bei jedem Heuſchober aufgeſtellt, und Adju⸗ tanten ſprengten mit verhaͤngtem Zuͤgel von Punkt zu Punkt, gleich als haͤtte der große Kampf, der ſich ſo drohend vorbereitet, und der fruͤher oder ſpaͤ⸗ ter doch losbrechen muß, bereits wirklich begonnen. Da ganz Europa jetzt ein großes Feldlager iſt, ſo erregte dieſer gewohnte Anblick durchaus nicht un⸗ ſere Aufmerkſamkeit. Uns war es um das In⸗ tereſſe zu thun, welches die Schoͤnheit der Natur einfloͤßt.

Verfallene Burgen erblickten wir zu Dutzenden, altersgraue Schloͤſſer, Abteien, theils bewohnt, theils unbewohnt, Doͤrfer und Staͤdte, Gebirge, Felſen

und Weingaͤrten. Bei jedem Schritte fuͤhlten wir,

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